Archive for Mai 2008

Freiheit statt Angst

Unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ gibt es morgen in über 30 deutschen Städten Aktionen gegen politische und wirtschaftliche Überwachung. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung will damit bundesweit gegen die Protokollierung von Kommunikationsdaten, Videoüberwachung, RFID-Chips in Pässen und andere überzogene Sicherheitsmaßnahmen demonstrieren. Ein Thema wird auch die Novelle des BKA-Gesetzes sein, welches dem Bundeskriminalamt künftig geheimdienstliche Mittel zugestehen soll. Beispielsweise das Einsetzen von Wanzen in Wohnungen, in denen Verdächtige verkehren, aber nicht wohnen. Sprich: Dein Kumpel steht unter irgendeinem Verdacht und besucht Dich ab und zu, dann kann auch Deine Wohnung verwanzt und per Video überwacht werden. Worum es sich in der Novelle des BKA-Gesetzes konkret dreht, kann man hier nachlesen. Sich dagegen wehren und eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag kann man hier unterzeichnen. Der Aktionstag gegen die schleichende Einschränkung von Grundrechten ist in meinen Augen eine feine und wichtige Sache. Viel zu wenig Leute machen sich eine Platte darüber, was eigentlich mit Daten geschieht, die einmal erhoben werden und dass nicht jede Einschränkung von Freiheit auch ein Sicherheitsplus nach sich zieht. Ob es auch einen Aktionstag in Deiner Stadt gibt, erfährst Du hier.

Der Veranstalter Aktionskreis Vorratsdatenspeicherung ist politisch neutral und sieht sich als Verfechter von gesetzlich verbrieften Grundrechten. Grundrechte, für die lange gekämpft wurde, für die teils viel Blut vergossen wurde, die wir noch gar nicht allzulang genießen und die es zu erhalten in jedem Falle lohnt. Und: Die man nicht einer übertrieben-geschürten Terrorangst für ein Placebo opfern sollte. Deshalb: Hingehen, mitmachen, unterstützen. Es geht vor allem auch um Dich!

Und wer glaubt, dass eine solch Aktion völlig überflüssig sei, weil in Deutschland die Daten sicher und die Bestimmung zu deren Auswertung ausreichend und eingrenzend seien, der schaue sich doch bitte einfach nur nochmal die Zeitungen zum Thema Telekom in diesen Tagen an….

1 comment 30. Mai 2008

Testival Tropical – Bonner Tropen

(c) Jakob Mueller.

25-28 Grad Celcius. Der Himmel tief bedeckt. Die Luft schwer und feucht. Das Atmen fällt schwer und jeder Schritt und jede Bewegung treibt neuen Schweiß auf die Stirn. Wetter, das ich so eigentlich nur aus Südostasien, oder Südamerika kenne, oder in unseren Breiten maximal ganz kurz vor einem Gewitter vorkommt. Wenn sich der Himmel verdunkelt, die Wolken schon fast über Einem hängen und der kurze Augenblick passiert, dass kein Lüftchen weht, absolute Ruhe einkehrt und es im nächsten Moment beginnt, zu schütten wie aus Eimern, begleitet von Blitzen und Donner.

Hier in der Kölner Bucht hält sich das Wetter aber irgendwie nicht daran, was es hier machen darf und welche Wallungen auf welchen Kontinent gehören. Seit einer knappen Woche herrscht hier genau eben dieses tropische Klima und der übliche europäische Gewitterguß bleibt einfach aus. Es ist einfach den ganzen Tag so wie kurz davor, aber es gibt eben kein danach. Bis auf vergangene Nacht. Da hat es sich das Wetter wohl dann doch mal anders überlegt. Halb fünf Uhr am Morgen zuckten Blitze im Sekundentakt vor meiner Jalousie, es goß und goß und goß, Donner und Krachen und nach einer halben-dreiviertel Stunde – alles vorbei. Heute morgen mache ich die Jalousie auf und denke, dass nach diesem Guß die Strasse unter Wasser stehen müsste. Aber was tut sie? Sie ist trocken. Als wär nichts gewesen. Und der Himmel? Grau. Bedeckt. Tief verhangen. Due Luft frisch? Pustekuchen. Immernoch dick, schwer, feucht, schwül, tropisch! Wahnsinn.

(c) Jakob Mueller.

Bei diesen tropischen Temperaturen wollte ich dann gestern dennoch meine neuen Wanderschuhe testen gehen. Seit einer Woche lagen sie im Steppenwolf und ich wollte doch, nach stundenlangem Teppichlaufen, die Schuhe auch einmal im Draussen-Einsatz unter die Lupe nehmen und schauen, ob dies die richtigen Treter für mexikanische Vulkane sein könnten. Zugegeben, in der Bahn sitzend auf dem Weg ins Siebengebirge kam ich mir dann mit einem steigeisenfesten Schuh doch schon ein wenig overdressed vor. Und ich muss auch sagen, dass diese Schuhe eigentlich wirklich eher in alpinem Gelände zu Hause sind. Aber was soll ich machen. Ich hab nun mal nicht die Alpen um die Ecke, sondern Siebengebirge und Eifel. Und Siebengebirge ist am Nächsten. Also bin ich in Königswinter ausgestiegen und habe bin den Gipfelsturm Drachenfels angegangen. Auf dem Weg nach Oben war ich dann doch recht froh, dass ich mein kleines Testival unter der Woche gemacht habe und so kaum Leute auf dem Gipfel unterwegs waren, die mich ob meiner doch ein wenig übertriebenen Schuhe hätten allzusehr belächeln können. Auf dem Drachenfels dann schließlich drängelte sich eine, oder zwei Schulklassen, also ließ ich den Gipfel schnell hinter mir und stürmte weiter auf den kleinen Vorgipfel, der sogar ein kleines Gipfelkreuz hat und auf den man noch ein bißchen raufklettern muss.

(c) Jakob Mueller.

Als ich das letzte Mal da oben war, um dort zu frühstücken, war gerade kein Gipfelbuch da – gestern war nicht nur dies wieder da – jemand hatte den Gipfel auch optisch ins Himalaya verlagert und das Gipfelkreuz mit Gebetsfahnen geschmückt. Eine gute halbe Stunde genoß ich die Aussicht über die Weinberge von Rhöndorf, den Rhein und das Siebengebirge. Einen Eintrag im Gipfelbuch und zwei Zecken am Oberschenkel (die ich erst zu Haus bemerkte) später, ging ich den Abstieg an. Nach zehn weiteren Minuten auf dem Rheinsteig kam dann doch noch ganz unvermittelt die Sonne raus.

(c) Jakob Mueller.

Lange währte der Schein zwar nicht, aber immerhin begleitete mich die Sonne dann noch durch den Wald hinab wieder ins Tal.

(c) Jakob Mueller.

Und angekommen in Rhöndorf hatte ich dann doch einen recht guten Eindruck meiner Schuhe bekommen. Alles in Allem ein wunderbarer Allrounder, der fester ausschaut, als er ist, mein Raichle All Degree Lite. Bis auf die Fersen ist der Sitz sehr komfortabel, aber die werden sich auch noch daran gewöhnen müssen. Beim nächsten Mal werde ich sie mir wohl ein wenig abtapen müssen, bis sie und der Schuh vollends zueinander gefunden haben. Trotzdem werde ich im Siebengebirge wahrscheinlich nicht so schnell wieder mit sooo festem Schuhwerk unterwegs sein. Hier tun es wohl weiterhin Halbschuhe.

(c) Jakob Mueller.

1 comment 30. Mai 2008

Unzuverlässige Mexikaner…

Vielleicht ist das ja schon mal ein bißchen ein Vorgeschmack, auf das, was ab Juli auf mich zukommen wird. Am Freitag rief mich ein Bekannter eines Kumpels in Mexiko an und fragte, ob ich ab Montag einer mexikanischen Reisegruppe in Köln unter die Arme greifen könnte. Nach anfänglicher Absage und erneutem Drängen sagte ich dann doch zu und sorgte dafür, meine Woche von sämtlichen normalen Jobs zu befreien, die dem mexikanischen Projekt im Wege stehen könnten. Nachdem ich also Kollegen und Komillitonen von längst geplanten Terminen verlagert und verschoben habe, höre ich von den Mexikaner was? – Nichts! Super, weil sich also bis heute keiner wieder gemeldet hat (Stichwort: Schlechter Stil!) verlagere ich nun alle bereits einmal geplanten und kurzfristig verlegten Termine wieder um die diese Woche. Schön, was man nicht alles gern macht. Ich hoffe allerdings nur, dass dies nicht ein Vorgeschmack dessen war, was mich ab Juli dann in Mexiko selbst zum Thema Zuverlässigkeit erwartet.

Und sonst so? Gut gestern wieder in Bonn gelandet und wegen Wochenendlicher Zahnschmerzen endlich zum Zahnarzt gegangen. Schimpfe bekommen, weil ich so lange nicht da war. Strafe: Eine ganze Palette an Terminen. Oh Jeminee – Wenn einen ein Zahnarzt einmal an der Hand hat, dann läßt er Dich so schnell nicht wieder los…

Add comment 27. Mai 2008

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Nach der Reise…

Mein Blog "Nach der Reise ist vor der Reise" ist 2005 im Herbst entstanden, weil ich nach dem Reisebloggen noch immer Mitteilungsbedarf hatte.

Heute ist dieses Blog da für private Erlebnisse die im "Alltag" geschehen, zum Dampf ablassen, wenn mich etwas tierisch aufregt oder zum Aufmerksam machen - wenn ich denke, darüber sollte man doch mal reden...

Danke für Dein Interesse - danke für's Vorbeisurfen und Verweilen & erst recht vielen Dank, wenn Du Dich zum Kommentieren und Mitreden hinreißen läßt.

Gracias, Dankeschön, Merci und Thanks!

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