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Rheinische Herbstimpressionen
Bilder einer Woche zwischen Bonn und Köln.
…und wenn man mit der Maus auf’s Bild geht, kann man es ein wenig länger betrachten.Add comment 6. November 2009
Efes ist weg
Zu faul zum Lesen? Dann hör’s Dir doch an! Aber vorsicht, es ist ein Experiment: Der kleine Laden im Talweg, heute war er leer. Keine Theke mehr darin, kein Tisch, kein Spielautomat und auch keine Stühle mehr. Leer. So richtig leer. Der Fußboden war noch der Alte. Braunes Linoleum. An der hinteren Wand konnte man erkennen, wo einmal die Theke stand, weil dort das Linoleum am Boden fehlte.
Draußen hängt noch immer über dem Laden „Efes Döner Kebab“. Altdeutsch „Efes“ und dann „Döner Kebab“ in normaler Schrift auf blauem Grund. Es war mein nächster Döner, ungefähr 300 Meter Laufweg von meiner Wohnung entfernt. Oder fünf Minuten.
Ich war schon lange nicht mehr da. Bestimmt schon zwei Jahre nicht mehr. Aber ich war doch davon ausgegangen, dass er noch immer da sei.
Der alte freundliche Mann. Schmal, über 50 Jahre alt, mit seinem vom Leben gezeichneten, kaum rasierten Gesicht. Einsam wartete er immer auf Kundschaft.
Aber an der Stelle seines Ladens ging kaum jemand zu Fuß vorüber. Wer hier vorbei kam, saß im Auto oder in der Straßenbahn. Laufkundschaft – eine Seltenheit. Ein Zufallsprodukt.
Und so freute er sich auch immer besonders, wenn man kam und einen Döner bestellte. Das brachte Veränderung in den Alltag des Wartens. Seinen Alltag.
Ich erinnere mich, dass ich einmal bei ihm war, und er mir beim gehen noch drei scharfe, grüne Paprika in einer Tüte mitgab: „Essen Sie die? – Dann können Sie sie besser gebrauchen, als ich hier.“, sagte er und gab sie mir mit.
Selten sah ich Kundschaft bei ihm sitzen, und wenn, dann war es ein ebenso einsamer junger Mann, der wortlos zu seinem Döner ein Bier trank. Und dann wieder verschwand.
Der Döner bei Efes war nie wirklich gut. Aber ich war froh, dass er so nah seinen Stand hatte. Immer hatte ich mich gefragt, wie er sich an dieser Stelle nur halten konnte.
Er konnte es nicht.
Denn als ich heute vorbeikam, saß ich in der Straßenbahn. Ich erblickte das kleine Ladenlokal im Talweg und es war leer. Efes ist weg. Er hat geschlossen.
Und wird wohl nicht mehr aufmachen. Schade.
2 comments 4. November 2009
Wieder da.
Eine ganze Weile habe ich mich jetzt hier auf meinem eigenen Blog nicht mehr sehen lassen, weil das Leben draussen einfach so viel zu tun für mich hatte, dass ich kaum dazu kam, mich vor den Lap zu setzen, und meine kleinen großen Erlebnisse hier in Bild und Schrift zu hinterlassen.
Dabei ist doch nicht wenig passiert seit dem letzten Eintrag. Ich habe in London den Tag der deutschen Einheit gefeiert, bin weiter in die Bretagne geflogen und habe fast zwei Wochen die dortige Gegend unsicher gemacht, wunderschöne Küstenlandschaften auf Belle-île, rund um Quiberon, Vannes und Saint Malo genossen und bin dann zurück im Rheinland mal tief hinabgestiegen in einen Brunnen, um einen Hinweis auf das Versteck eines Geocaches zu kommen. Alles in allem, und da lass ich jetzt mal das Familiedrama zwei Häuser vom Meinigen entfernt aus, ein ereignisreicher Oktober bislang.
Und da hab ich auch vergessen, dass seit einer Woche die Uni wieder läuft. Wahrlich ein wenig komisch für ich, hatte ich doch das letzte Seminar deutscher Art vor über eineinviertel Jahren besucht und so komme ich mir inzwischen schon fast wieder wie ein Neuling vor: Keine bekannten Gesichter mehr in den Kursen, wenn überhaupt, dann in der Bib und rund um einen herum: nur Menschen, die Studiengänge studieren, die man nicht kennt und nicht versteht. Und mitten drin man selbst, fast schon verloren mit seinem altbackenem Magister, bei dem schon kaum mehr ein Dozent weiß, was er dem Studenten bieten muss, damit er seine Schein bekommt.
In diesem Sinne, es bleibt spannend – nicht nur an der Uni, auch ganz sicher das Leben!
Add comment 23. Oktober 2009






