Posts filed under 'Politisches'

Mensch vor Umsatz: Der Sonntag bleibt frei!

…und das, um mal den regierenden Bürgermeister Berlins zu zitieren, ist auch gut so! Das BVG-Urteil gestern hat klargemacht: der Sonntag ist kein pures Kirchen-Ding, es geht um viel mehr – nämlich am Ende um Mensch vor Absatz!

„Persönliche Ruhe, Besinnung, Erholung und Zerstreuung“ – das sind die anderen Funktion des ersten Tages der Woche für all jene, die nicht den Sonntag primär für den Kirchgang nutzen wollen/müssen, sagt das BVG. Und das es zur Begründung für großzügige Sonntags-Ladenöffnungenmehr als wirtschaftlicher Interessen der Ladenbesitzer“ bedürfe, ist eine humane(!) Hürde.

Das Urteil also ein Sieg für die Menschen und für jeden einzelnen Menschen in unserem Land, der schon glaubte, dass, wenn es um Kohle geht, der Mensch sich schlichtweg beugen muss.

Gut, dass beim Bundesverfassungsgericht noch der Mensch etwas zählt!

Schade, dass die bestehende Regelung in Berlin noch bis Ende des Jahres gelten wird, denn so haben die eigentlich Leidtragenden von diesem Urteil kurzfristig nichts.

Und wenn ich dann in Berichten „Spontan-Shopper“ sehe, die diese Entscheidung bedauern, weil sie Sonntags nun nicht mehr „spontan einkaufen gehen können“ (Eine junge Frau im ZDF Heute Journal – leider nicht im Bericht hierunter) – dann frag ich mich, wie armselig ist das denn, wenn einem Sonntags nichts anderes einfällt, als shoppen zu gehen.

Das Urteil in der ZDF-Berichterstattung – siehe Video.

Und noch einmal: Danke BVG – gut, dass es solch eine Institution in Deutschland gibt.

Add comment 2. Dezember 2009

9. November – irgendwie auch Geburtstag.

Ja, es ist ein historisches Datum. Ein großes Ereignis, was das vor genau 20 Jahren in Berlin passiert ist. Nicht nur für die damalige DDR und BRD, nein, für die ganze Welt.

Mit dem Fall der Berliner Mauer hatte sich die gesamte Weltpolitik auf einem Schlag geändert. Ein Konflikt, der sich zwischen Ost und West über Jahrzehnte aufgebaut hatte und aufgebauscht wurde – er wurde zur Geschichte. Unterschiedliche ideologische Auffassungen, die die Welt immer wieder an den Rande eines Krieges und in vielen Ländern auch stellvertretend zu Kriegen geführt hatten – sie standen sich nicht mehr gegenüber. Sie hörten auf, einander herauszufordern. Der Kommunismus hatte verloren, der Kapitalismus gesiegt.

So kann man das sehen. Sehr technisch, serh ideologisch. Und ob das alles nur gut war, das der Kapitalismus in seiner ganzen Bandbreite über den Kommunismus siegreich war, das kann man sicher facettenreich diskutieren.

Siegreich war vielleicht gar keine marktschreierische Weltanschauung. Siegreich war vielleicht nur der Freiheitswille, das Streben nach einer friedlichen Lösung, nach einem Ende von Unterdrückung – der Drang nach Selbstbestimmung. Die Menschen und ihre Liebe zur Freiheit hatten gewonnen.

Und das war ein Anfang. Ein absoluter Neuanfang. Waren die letzten 40 Jahre Weltpolitik geprägt vom Wettrüsten, Aufstocken von Bodentruppen, abstellen von Marschflugkörpern, Aufrechterhalten von Schutzzonen, wer drückt zuerst den roten Knopf – so waren diese Fragen nach dem 9. November irrelevant, oder besser gesagt, nicht mehr so lebensbestimmend  geworden. Der Kalte Krieg, der nicht nur Deutschland in seinem Bann hatte, endete im Folge dessen, was am 9. November 1989 geschah. Es war nicht nur eine Mauer in Berlin oder Deutschland niedergerissen worden, es war eine Mauer durch die Welt, die aufhörte zu existieren.

Und mit dem Fall dieser Mauer ist doch für die meisten von uns erst das Leben möglich geworden, dass wir heute führen. Wieviele Menschen würden wir nicht kennen, wieviele Orte noch nicht gesehen und wieviele Möglichkeiten wären gar nicht da gewesen – ohne den Fall der Mauer? Es sind unzählige Sachen, die der Fall der Mauer erst ermöglicht hat (Beispiele in meinem Artikel vom letzten Jahr)  – und irgendwie sind wir doch alle an diesem Tag noch einmal neu geboren. Denn ohne den 9. November 1989 stünden wir alle woanders, führten wir ein anderes Leben. Zumindest für mich persönlich gesprochen, kann ich behaupten, dass mein gesamtes Leben, so wie es heute ist, ohne den 9. November 1989 so nicht existieren würde. Und deshalb ist der 9. November sicher auch Geburtstag – sicher nicht nur für mich, sondern für uns alle. Also auch und gerade deshalb: FEIERN! Ein schöner Tag!

Add comment 9. November 2009

Familientreffen, Hochzeit, Mühle und die Kanzlerin

Es war eine sonnig-heiße Woche, als ich vor einer Woche nachts ins Auto stieg und die Reise nach Osten antrat. Die Luft hing dick und schwer über der Stadt, und als wir endlich starteten, begann es wild zu stürmen und zu regnen. Doch kaum über den Rhein war alles schon wieder vorbei. Und durch die dicke, tropisc-warme Nachtluft fegten wir über die Autobahn, begleitet von Wetterleuchten, heimwärts nach Leipzig.

Am frühen Morgen trafen wir ein, und nach dem Schlafen stand für den Abend ein Familientreffen der Großfamilie auf dem Plan. Mit einem Stopp bei meiner Oma ging es auf die Wechselburg, ein Kloster mitten in Sachsen. Fast 50 Leute versammelten sich hier und wir tauschten viel aus, tranken und lachten gemeinsam, und erfuhren, was beim jeweils anderen im vergangenen Jahr so passiert ist.

Das Paar und seine Zeugen

Während sich die Familie noch bis zum Sonntag weiter auf der Burg vergnügte, reiste ich bereits am Samstag vormittag wieder in Richtung Leipzig, da dort bereits eine Hochzeit eines guten Kumpels von mir auf mich wartete. Nach dem Standesamt, dass die beiden allein absolvierten,  ging es in einem Parkschlößchen im Süden Leipzigs mit einem freien Theologen und Hochzeitsredner für alle Gäste los. Bis Mitternacht wurde die Trauung der Beiden kräftig befeiert, bis wir nur noch zu Dritt die Tanzfläche dominierten und trotzdem erst früh morgens ins Bett fielen.

It's all about Feierei!

Am Sonntag konnte ich dann das erste Mal das Familiengroßprojekt eines meiner besten Kumpels im Westen Leipzigs begutachten – der Ausbau einer Mühle und des Müllerhauses zum Generationenprojekt. Seit zwei Jahren verfolgen sie die Idee und stecken mitten in den Arbeiten und ein Rundgang durch die alte Mühle und das überaus große Geländeist spannend und beeindruckend.

Im Erdgeschoss der alten Mühle

Am Abend schlossen wir die Osttour mit einem Abstecher zum Grillabend bei meinen Eltern und schließlich steckten wir uns wieder ins Auto (Wer ist eigentlich „wir“? – Mein Mitbewohner und ich!) und fuhren erneut durch die Nacht – diesmal gen Westen.

Am Montag dann führte mich eine kleine Entdeckungstour an neue mir noch unbekannte Stellen im Siebengebirge. Mit einer Freundin erkundete ich ein ehemaliges Kletterterrain, auf dem man leider nicht mehr an die Wände darf und später verglichen wir schwimmenderweise die Temperatur des Rheines mit der der Sieg. Wobei der Rhein mit zwei Grad die Sieg übertrumpfte – 24 Grad – schon eher warm – möchte man meinen.

Meine Stadt und der Rhein - aus dem Hinterland gesehen

Am Dienstag dann kam die Kanzlerin zum Wahlkampfstopp nach Bonn. Sagte Sätze, denen man sofort zustimmen konnte, aber sie hätte genauso auch „Freies Softeis für alle!“ fordern können. Inhaltlich war nix dabei – alles was schlecht ist/war, waren die bösen Sozis – ach ja, und in Bonn müsse auch endlich Schluss mit den finsteren Sozizeiten sein. Nachdem sie sich dann noch einmal unverschämt für eine (nicht von ihr erarbeitete) Arbeitslosenzahl von unter 3 Millionen in ihrer Regentschaft beklatschen ließ, blieb noch der Ausblick in die Zukunft. Und der wurde so furchtbar konkret, dass sie eben will, dass es nach der Talsohle der Krise eben auch wieder bergauf geht. Wie? Wann? Und vor allem überhaupt? Egal – die Richtung stimmt, das Ziel ist klar: Aufwärts. Wie inhaltsleer man doch heute Wahlkampf machen kann – na Prost, Deutschland.

Und nun? Bin ich in meinem neuen Job eingearbeitet, finde mich ganz von selbst in der Anstalt zurecht und freue mich weiter des Lebens.

Die Positanos - proben offen im Hofgarten

Achja, und der Sommer läßt sich besonders gut genießen bei einer offenen Probe der Positanos im Hofgarten. Vielen Dank für einen wunderschönen Liederabend.

Add comment 28. August 2009

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Nach der Reise…

Mein Blog "Nach der Reise ist vor der Reise" ist 2005 im Herbst entstanden, weil ich nach dem Reisebloggen noch immer Mitteilungsbedarf hatte.

Heute ist dieses Blog da für private Erlebnisse die im "Alltag" geschehen, zum Dampf ablassen, wenn mich etwas tierisch aufregt oder zum Aufmerksam machen - wenn ich denke, darüber sollte man doch mal reden...

Danke für Dein Interesse - danke für's Vorbeisurfen und Verweilen & erst recht vielen Dank, wenn Du Dich zum Kommentieren und Mitreden hinreißen läßt.

Gracias, Dankeschön, Merci und Thanks!

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