Die Musik des Zufalls

David Rovics (BILD: davidrovics.com)

David Rovics (BILD: davidrovics.com)

Ich war am Sonntag mit meiner Freundin in Bonn zu einem Konzert in ein Irish Pub gegangen. Politisch-motivierte Gitarrenmusik sollte ein US-Amerikaner dort im Fiddlers zum Besten geben und wir wollten eigentlich nur gut unterhalten werden.

Etwas früher waren wir gekommen, um auch einen guten Platz zu bekommen. Fast auf der Bühne, also direkt neben David Rovics bekamen wir einen Tisch und durften dem Gitarre spielenden Aktivisten so von der Seite lauschen. Noch vor dem Konzert kam er kurz an unseren Tisch zum Mini-Plausch. Dann, als das Konzert begann und David seine manchmal augenzwinkernden, manchmal wutigen Lieder anfing, auf der Gitarre zu spielen, bemerkte ich hinter mir jemanden, dessen Gesicht mir äußerst vertraut vorkam.

Ich hatte noch ein paar Mal versucht, einen besseren Blick auf ihn zu erhaschen, aber es wollte mir nicht so recht gelingen, da dieser Typ genauso gespannt und begeistert Richtung Bühne blickte und David Rovics lauschte, so dass ich nur sein Profil sehen konnte.

Da er sich aber eigentlich direkt hinter mir befand, sprach ich ihn zwischen zwei Liedern an und fragte nur: „Fabzgy?“ – „JAAA, Mensch, neee, oder?!“ Er war es tatsächlich. Fabian, ein Freund, den ich 2005 auf meinem Südamerikatrip in Perú kennengelernt hatte, und der mich zuletzt 2008 in Mexiko besucht hatte, saß da tatsächlich einfach so hinter mir in Bonn, in einem Konzert, in einem Pub, in das ich zugegegbenermaßen alles andere als häufig gehe. Fabian war auf dem Weg zum Klima-Camp bei Köln und hatte mit David für einen Radiosender ein Interview gemacht und war nun deswegen bei seinem Konzert in Bonn. Das erste Mal überhaupt war er nach Bonn gekommen – und hatte wohl auch nicht so recht auf dem Schirm, dass ich (nachdem unsere Begegnungen nun immer mehrere tausend Kilometer außerhalb Deutschlands stattgefunden hatten) in Bonn eigentlich mein zu Hause hatte.

Wir waren Recht sprachlos ob des Zufalls, aber feierten dennoch unser Wiedersehen kurz bei einem Bierchen. Witzig fand ich auch noch, dass Fabzgy noch nie zuvor in Bonn gewesen ist. Zufälle gibt’s?!

David Rovics hatte übrigens nebenbei auch einen wunderbares Konzert gegeben. Als Zugabe spielte er noch ein Lied, bei dem man ihm einfac Recht geben musste. Und irgendwie machte es mich froh, dass jemand, der die Welt so kritisch betrachtet und so viel zu beklagen findet, dennoch das Leben liebt – einfach, weil es wunderschön ist:

David Rovics – Life is beautiful.

2 Antworten

  1. Servus Jakob,
    das war echt mal ein Hammer – ich hab die Story gerade noch Dome erzählt – der ist gerade in Spanien tauchen schaut aber am Freitag in Freiburg vorbei. Irgendwie sind wir doch ziemlich Kosmolpoliten geworden.

    Bin gespannt wo wir uns das nächste mal über den Weg laufen.

    Life is beautifull!

  2. Ja genial. Und wo Du schon wieder in der Welt rumgurkst…..

    Bin auch gespannt, wo wir uns wiedersehen. Ich hoffe doch demnächst mal mit mehr Zeit,
    beste Grüße,
    JKB.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: