Kleiner Knock-out und ein Lichtblick

Die letzten zwei Tage habe ich gezwungener Maßen mit den Erkundungen kürzer treten müssen. Um nicht zu sagen: Sie gänzlich aussetzen müssen. Zunächst deutete sich am Montag bereits ein Halskasper an, der sich dann am Dienstag auch ein wenig unangenehm an mir zu schaffen machte. Und nachdem ich dann am Dienstag das Abendessen zu mir genommen hatte, verweigerte der Magen die Nachtruhe. Und so stand gestern für mich auch nichts weiter auf dem Programm als ein Hostelwechsel und dann selbstverordnete Ruhe im Bett. Ja, wir haben das Hostel jetzt gewechselt. Aber nicht, weil Ling uns überzeugt hat, sondern vielmehr deshalb, weil wir sonst hätten 4 Mal das Zimmer wechseln müssen, wenn wir bis zum Ende unseres Aufenthaltes hätten dableiben wollen. Außerdem war es letztlich doch sehr laut geworden und die betrunkenen Traveller-Horden nachts halb 3 auf dem Flur begannen zu nerven.

Jetzt sind wir in einem kleinen, hübschen Hotel, ganz in der Nähe der Uni und haben gaaaanz viel Ruhe – was vor allem ich gestern als großen Vorteil empfand. Mein kleiner Knock-out hat uns auch eine Planänderung beschert, denn eigentlich wollten wir ja jetzt einen Ausflug aufs Land unternehmen. Aber das Auskurieren war erstmal wichtiger – und so trete ich heute auch noch ein wenig kürzer, bevor ich morgen hoffentlich wieder volle Power fahren kann.

Hanna ist in der Zwischenzeit sehr erfolgreich gewesen. Über eine Website hat sie ein soziales Projekt hier in Kunming gefunden, wo Leute von der Uni mit Migranten vom Land arbeiten und versuchen, denen unter die Arme zu greifen. Schnell konnte sie Kontakt herstellen und schon gestern traf sie sich mit den Leuten dort und konnte mit der verantwortlichen Professorin sprechen. Es ist ungefähr genau das, was sie gesucht hatte. Jetzt, wo ich diese Zeilen tippe, sitzt sie schon wieder bei der Professorin und unterhält sich mit ihr über das Projekt.

Das Ganze scheint ziemlich selten zu sein, denn das Projekt ist staatlich registriert und wird wohlwollend von der Regierung begleitet. Studenten, die soziale Arbeit studieren, engagieren sich darin, was allein schon vom Studiengang her sehr selten in China ist. Überhaupt, dass wahrgenommen wird, dass es eine solche Arbeit benötigt wird, scheint sich erst langsam hier durchzusetzen. Ich selbst werde sicher auch in den nächsten Tagen einen Blick dorthin werfen, wenn ich wieder Fit-wie-Turnschuh bin. Dann kann ich auch ein wenig mehr darüber erzählen. Hanna erzählte aber schon, dass die Mitarbeiter im Projekt wohl eine differenzierte Einstellung gegenüber dem hier allgegenwärtigen Turbo-Boom haben, und sie wohl auch sehr unbefangen darüber gesprochen hätten. Ich denke, dass das ein sehr guter Einstieg ist, ein wenig mehr hinter die Boom-Kulissen zu schauen. So pass ich jetzt auch weiter auf mich auf, dass ich wieder richtig fit werde, und dann schau ich mir das selbst an. Soweit ein kleiner Zwischenstand.

PS: Yeahhh – ich habe Internet an meinem Lap. Im neuen Hotel. Sehr fein. Mit dem chinesischen WLAN kommt mein Notebook wohl überhaupt nicht klar, aber das Hotel hat LAN-Dosen und Käbelchen – und so durfte ich diesen Artikel schon wieder am eigenen Rechner tippen.

2 Antworten

  1. Na dann gute Besserung und Glückwunsch zum erfolgreichen Umzug in eine ruhigere Bleibe!!

    • Danke Dir. Mann – bist Du immer schnell mit dem Lesen meiner Artikel. Ich hab immer das Gefühl, Du liest sie schon, bevor ich sie abgeschickt habe. 😉

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