Auf einmal Indien.

Stickige Hitze, hupende Rikschas, drängelnde Autos, Menschengewimmel allerorten – die Luft heiß und feucht. So fühlt sich Chennai (Madras) an. Seit anderthalb Tagen bin ich hier.

Die Ereignisse haben sich in den letzten Wochen ein wenig überstürzt. Neuer Job am Bodensee, einhergehend damit das Weggehen aus Bonn – und dann das große Glück, dass bis zum Jobantritt noch ein Monat Zeit ist. Zeit, die man sinnvoll nutzen kann, vor allem dann, wenn die Freundin in Indien forschen ist. Also habe ich mir kurzerhand am Bodensee übergangsweise ein Zimmer besorgt, dass ich ab April beziehen werde, und sobald allles erledigt war, musste ich schnellstens einen Flug buchen – nach Indien selbstverständlich.

Hanna ist hier bereits seit einem Monat in Chennai und untersucht das Verhältnis zwischen „Maids and Madams“ – also den Hausmädchen und den Hausdamen. Ein hochspannendes Thema, bei dem es darum geht, wie man gegenseitig voneinander profitieren kann, und wie das Verhältnis sich überhaupt entwickelt. Ihr Forschungsaufenthalt geht diesmal über mehrere Monate, so dass ich es schon etwas traurig fand, dass ich nicht eine Zeit dabei sein kann – aber da sich die Dinge in Deutschland so schnell und so gut entwickelt haben, war die Reise dann auch kein Thema mehr.

Gestern Abend haben wir eine erste kleine Runde durch das Viertel gedreht und an den „Strand“ geschaut – der Strand ist wie ein riesig weites Feld, auf dem die Leute spazieren gehen, Buden stehen, Jahrmarktatmosphäre herrscht. Nur Baden, das sollte man hier nicht tun – und das macht auch kaum einer. Die Wellen sind hoch, und das Wasser ist wohl eher schmutzig, der nahe Hafen soll schuld sein, schreibt der Reiseführer.

Nach einemTag heute wieder im Gedrängel und Gewühl sind wir gerade wieder in unserer Hosteloase angekommen, ein Glas Orangenwasser in der Hand lässt es sich gleich viel besser entspannen. Und ohne Gedrängel und Gehupe kommt auch langsam wieder der Kopf zur Ruhe. Peu a peu werden wir uns hier immer mehr umschauen – Tempel warten darauf entdeckt zu werden und an den richtigen Strand soll es auch bald gehen.

2 Antworten

  1. Sehr schön! Ich wünsch euch viel Spaß und versuche selbst den Berichten hier zu folgen (am besten immer einen Link bei facebook reinstellen, dann denk ich dran). PS: ich wusst noch gar nicht, dass es dich jetzt an den Bodensee verschlagen hat.

    Grüßen

    • Keine Sorge, der Link kommt ganz automatisch zu Face, wenn’s hier was Neues gibt. Ja dass Du vom meinem See-Alpen-Südddeutschland-Schicksal noch nichts weißt, ist nicht so verwunderlich – ist alles auch noch sehr neu. Wir telefonieren mal wieder, wenn ich wieder in Deutschland bin.
      Beste Grüße aus der Hitze Indiens – erinnert mich hier übrigens so einiges an Bangkok. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: