…wie es weitergeht:

…und warum gibt’s hier eigentlich nichts Neues über mein Projekt Citronenbaum?

Ja, das ist so ein Problem, denn meine liebe Kamera ist auf der Intensiv-Station in Mettmann und wartet darauf ausführlich operiert zu werden. Ihr Objektiv wollte einfach nicht mehr einfahren und schließlich gab sie jeglichen guten Geist auf, so dass ich mich dazu entschied, sie einzuschicken. Und jetzt warte ich darauf, dass sie nach erfolgreicher OP wieder bei mir in den Händen liegt und ich mit ihr wieder die Welt erkunden kann.

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Rotten Neighbor – Denunzieren für Jedermann

Hinweis: Dieser Artikel ist aus dem Jahr 2008. Die beschriebene Seite ist inzwischen offline. Glücklicherweise.

Der Nachbar ist ein A*****loch, hört ab und zu laut Musik, feiert immer mit seinen Freunden im Garten, putzt die Treppe nicht und parkt immer auf dem Behindertenparkplatz vor dem Haus. Der andere Nachbar grüßt nicht, lässt ständig die Tür laut ins Schloss fallen, schaut sich schlüpfige Filmchen mit seiner viel zu lauten Dolby-Surround-Anlage an und kommt häufig spät und hörbar angetüdelt nach Hause. Die Nachbarin unter uns zieht sehr kurze Sachen an, bekommt häufig abwechselnden Männerbesuch und ist dem Anschein nach Freundin des ältesten Gewerbes der Welt.

Solcherlei Sachen, Geschichten, Vermutungen und Gerüchte lassen sich, dank Internet, nun noch einfacher streuen, verbreiten und ausmalen. Ein amerikanischer Anbieter namens Rotten Neighbor hat das denunzieren als Basis für einen Internetdienst für sich entdeckt und macht es nun den Usern leicht, andere Menschen, Nachbarn, unliebsame Kollegen, Exfreundinnen und Exfreunde öffentlich im Netz zu diffarmieren und bloszustellen. Das ganz garniert und übersichtlich gemacht mit Google Maps, damit man auch ganz genau weiß, wo die widerliche Person wohnt. In Deutschland wird das Angebot noch nicht so rege genutzt – in Bonn ist gerade mal ein Eintrag in meiner Nähe zu finden: Ein gewisser Doktor S.M. ist da verzeichnet, von dem ein Nutzer der Meinung war, man hielte sich besser von ihm fern. Es ist also noch nicht so spannend, seine NAchbarschaft über das Internetangebot der amerikanischen Seite kennenzulernen, aber vielleicht kennt man ja selbst den ein oder anderen, den man schon lang mal eins auswischen wollte und hier prima denunzieren kann. Dann wird es auch in Deutschland ein wenig interessanter. Und vielleicht hilft es ja auch ein bißchen der Inneren Sicherheit. Wachsame Nachbarn sind doch jetzt wichtiger, als je zuvor. In Zeiten des globalen Terrorismus. Also, wachsam sein, Augen offen halten, Ungewöhnliches sofort der nächsten Polizeidienststelle melden, oder bei Rotten Neighbor für andere Menschen die Warnung zugänglich machen! Falls es sich um wirklich sicherheitsrelevante Informationen (Ich erkenne meine Nachbarn nicht, sie tragen alle Burkas… etc) handelt, die das Leben der Bürger der Bundesrepublik betreffen – dann bitte direkt an den Mann im Rollstuhl wenden. Eine Seite, die ihm hilft, findest Du hier.

Ts ts – Sachen gibts…

Hinweis, da nicht alle Leser auf dem gleichen Stand sind: Der Blogbeitrag beinhaltet das Stilmittel der Ironie.

Die Welt mit anderen Augen sehen.

Wie sähe die Weltkarte wohl aus, wenn man sie nicht physisch oder politisch zeichnen würde? Wie sähe es wohl aus, wenn man mal die Kontinente und Länder darstellt, in dem man sie ihrer Größe nach anteilig der Verteilung des Reichtums nach darstellen würde? Oder anteilig nach dem Zugang zu Trinkwasser oder Öl? Oder wie schaut eine solche Weltkarte aus, wenn man nach der globalen Verteilung von Kriegstoten schaut? Analphabetenraten? Säuglingssterblichkeit? Bruttoinlandsprodukt? Zugang zu Bildung?

Kriegstote in 2002

Darstellung Kriegstote in 2002. Bild: mit freundlicher Genehmigung von worldmapper.org

Waffenexporteure 2003

Darstellung Waffenexporteure in 2003. Bild: mit freundlicher Genehmigung von worldmapper.org

Mit all diesen Fragen setzt sich die Forschungsgruppe „Soziale und räumliche Ungleichheiten“ der University of Sheffield (SASI) auseinander und betreibt dazu eine hervorragende Internetseite: Worldmapper. Der Claim „The world as you’ve never seen it before“ verspricht nicht zuviel. Über 300 Karten mit verschiedenen Dateninhalten stellen die Forscher inzwischen online und machen auf diesem Wege globale Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten visuell deutlich. Die Seite ist nicht nur Interessant für NGOs, Politiker, Schüler  oder Studenten – auch als interessierter Internetsurfer mit einem etwas weiteren Blick sollte man bei Worldmapper mal vorbeiklicken. Der ein oder andere Aha!-Effekt wird sich sicherlich einstellen!

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