Mensch vor Umsatz: Der Sonntag bleibt frei!

…und das, um mal den regierenden Bürgermeister Berlins zu zitieren, ist auch gut so! Das BVG-Urteil gestern hat klargemacht: der Sonntag ist kein pures Kirchen-Ding, es geht um viel mehr – nämlich am Ende um Mensch vor Absatz!

„Persönliche Ruhe, Besinnung, Erholung und Zerstreuung“ – das sind die anderen Funktion des ersten Tages der Woche für all jene, die nicht den Sonntag primär für den Kirchgang nutzen wollen/müssen, sagt das BVG. Und das es zur Begründung für großzügige Sonntags-Ladenöffnungenmehr als wirtschaftlicher Interessen der Ladenbesitzer“ bedürfe, ist eine humane(!) Hürde.

Das Urteil also ein Sieg für die Menschen und für jeden einzelnen Menschen in unserem Land, der schon glaubte, dass, wenn es um Kohle geht, der Mensch sich schlichtweg beugen muss.

Gut, dass beim Bundesverfassungsgericht noch der Mensch etwas zählt!

Schade, dass die bestehende Regelung in Berlin noch bis Ende des Jahres gelten wird, denn so haben die eigentlich Leidtragenden von diesem Urteil kurzfristig nichts.

Und wenn ich dann in Berichten „Spontan-Shopper“ sehe, die diese Entscheidung bedauern, weil sie Sonntags nun nicht mehr „spontan einkaufen gehen können“ (Eine junge Frau im ZDF Heute Journal – leider nicht im Bericht hierunter) – dann frag ich mich, wie armselig ist das denn, wenn einem Sonntags nichts anderes einfällt, als shoppen zu gehen.

Das Urteil in der ZDF-Berichterstattung – siehe Video.

Und noch einmal: Danke BVG – gut, dass es solch eine Institution in Deutschland gibt.

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9. November – irgendwie auch Geburtstag.

Ja, es ist ein historisches Datum. Ein großes Ereignis, was das vor genau 20 Jahren in Berlin passiert ist. Nicht nur für die damalige DDR und BRD, nein, für die ganze Welt.

Mit dem Fall der Berliner Mauer hatte sich die gesamte Weltpolitik auf einem Schlag geändert. Ein Konflikt, der sich zwischen Ost und West über Jahrzehnte aufgebaut hatte und aufgebauscht wurde – er wurde zur Geschichte. Unterschiedliche ideologische Auffassungen, die die Welt immer wieder an den Rande eines Krieges und in vielen Ländern auch stellvertretend zu Kriegen geführt hatten – sie standen sich nicht mehr gegenüber. Sie hörten auf, einander herauszufordern. Der Kommunismus hatte verloren, der Kapitalismus gesiegt.

So kann man das sehen. Sehr technisch, serh ideologisch. Und ob das alles nur gut war, das der Kapitalismus in seiner ganzen Bandbreite über den Kommunismus siegreich war, das kann man sicher facettenreich diskutieren.

Siegreich war vielleicht gar keine marktschreierische Weltanschauung. Siegreich war vielleicht nur der Freiheitswille, das Streben nach einer friedlichen Lösung, nach einem Ende von Unterdrückung – der Drang nach Selbstbestimmung. Die Menschen und ihre Liebe zur Freiheit hatten gewonnen.

Und das war ein Anfang. Ein absoluter Neuanfang. Waren die letzten 40 Jahre Weltpolitik geprägt vom Wettrüsten, Aufstocken von Bodentruppen, abstellen von Marschflugkörpern, Aufrechterhalten von Schutzzonen, wer drückt zuerst den roten Knopf – so waren diese Fragen nach dem 9. November irrelevant, oder besser gesagt, nicht mehr so lebensbestimmend  geworden. Der Kalte Krieg, der nicht nur Deutschland in seinem Bann hatte, endete im Folge dessen, was am 9. November 1989 geschah. Es war nicht nur eine Mauer in Berlin oder Deutschland niedergerissen worden, es war eine Mauer durch die Welt, die aufhörte zu existieren.

Und mit dem Fall dieser Mauer ist doch für die meisten von uns erst das Leben möglich geworden, dass wir heute führen. Wieviele Menschen würden wir nicht kennen, wieviele Orte noch nicht gesehen und wieviele Möglichkeiten wären gar nicht da gewesen – ohne den Fall der Mauer? Es sind unzählige Sachen, die der Fall der Mauer erst ermöglicht hat (Beispiele in meinem Artikel vom letzten Jahr)  – und irgendwie sind wir doch alle an diesem Tag noch einmal neu geboren. Denn ohne den 9. November 1989 stünden wir alle woanders, führten wir ein anderes Leben. Zumindest für mich persönlich gesprochen, kann ich behaupten, dass mein gesamtes Leben, so wie es heute ist, ohne den 9. November 1989 so nicht existieren würde. Und deshalb ist der 9. November sicher auch Geburtstag – sicher nicht nur für mich, sondern für uns alle. Also auch und gerade deshalb: FEIERN! Ein schöner Tag!

27 Tage Europa

Seit 27 Tagen bin ich wieder in Europa und ich bin kaum zur Ruhe gekommen. Frankreich, Belgien, Österreich und ein wenig Deutschland habe ich durchrannt und viel gesehen. Keine Lust auf einen langen Artikel hier – der Start im Blog „Nach der Reise ist vor der Reise“ sollte auch so beginnen, mit einem solchen Eintrag. Ich lasse Bilder sprechen:

Die Reise geht im Alltag also weiter. Schön wieder hier zu sein!

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