Kleine Knockouts, große Hitze und indische Kontraste.

Es ist Samstag abend, als wir Chennai verlassen wollen. Der Knock-Out hatte in der vergangenen Nacht zugeschlagen und Hanna erwischt. Den ganzen Samstag sah es eher nicht so aus, als würden wir wirklich am Abend in den Nachtzug nach Madurai steigen, Hanna hatte kaum etwas essen können, das Bett war ihr am liebsten und die Hitze machte den Tag auch nicht gerade erträglicher. Am Abend entschieden wir uns dann aber doch, die hart erarbeiteten Zugtickets zu nutzen und ließen uns gegen acht mit einer Rikscha an die Egmore Station bringen.

Straßenszene in Madurai am frühen Morgen

Morgens um 6 auf den Strassen Madurais

Wir hatten einen Liegewagen gebucht, der durchaus als einfach zu bezeichnen war. Sechs, mit blauem Leder bezogene Klappliegen in einem offenen Abteil, darüber drei riesige staubige Industrieventilatoren, die die stickige Luft durchquirlen sollten, gegenüber zwei weitere Liegen übereinander. Alles in blau gehalten, und begleitet von einem Geruch, wie er mir zuletzt in hochsommerlichen Reichsbahnzügen begegnet war, gepaart mit indischem Essen und dem üblichen Abgas-Smog Chennais, der noch durch die „Fenster“ hereinzog – also durch die vergitterten Löcher, die man als Fenster in die Waggons gefräst hatte. Weiterlesen

Projekt: indische Bahntickets kaufen

(Chennai/ Madras) Es ist kurz nach zwölf, als ich mich auf den Weg mache. Ich will von Triplicane zur Egmore Station – Google Maps verriet mir, dass das gut 3 km wären – also beschloss ich, mich nicht mit dem „Bussystem“ rumzuärgern, sondern kurzerhand zu Fuß zu einem der Hauptbahnhöfe zu laufen. Mein Ziel: Zwei Tickets für den Nachtzug von Chennai nach Madurei, für Samstag, am besten im Sleeper.

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Alltag in Chennai und ab an den Strand.

Vier Tage bin ich nun in Chennai und versuche mich so langsam an Hitze, stickige Luft, Abgase und zugemüllte Gassen und Strassen zu gewöhnen. Alles in allem fällt das nicht schwer, denn in anderen Ländern der Erde, die ich bislang gesehen habe, sah es manchmal auch nicht anders aus.

Strassenszene

Nur die Flüsse oder Lachen (trifft es wohl besser), die durch Städte in Entwicklungsländern fließen, an diese vermüllten und übelriechendenRinnsale werde ich mich nie gewöhnen können – und wollen!

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