Streifzüge und Netzwerke – die vergangenen Tage in Kunming

Japp – das Wichtigste vornweg: Ich bin wieder auf dem Dampfer und war es auch schon einen Tag vor meinem Geburtstag wieder, so dass das Erkunden der Stadt fröhlich weitergehen konnte.

Meinen Geburtstag verbrachten wir in einem alten-neuen Teil von Kunming und zur Feier des Tages gab es feinen Regen, graue Wolken und ziemlich frische Temperaturen. Wir waren mit dem Bus nach Guandu gereist, einem Teil der Stadt, von dem wir gelesen hatten, dass es dort einen sehr schönen alten Teil geben sollte. Und als wir dann die zweistündige Bustour endlich zum erfolgreichen Abschluss brachten und ankamen, erwartete uns eine Mischung aus wirklich alten  und auf alt gemachte Gebäude – streckenweise erinnernd an einen Vergnügungspark, der auf China gestylt ist. Das Foto zeigt einen Teiul Guandus, der offenkundig noch wirklich alt war.

Wir verbrachten den Tag dort und erkundeten hinter den auf alt gemachten Stadtteil mal wieder die engen und dunklen Gassen der anliegenden alten Urban-Village-Struktur, die zwischen einem lebhafte Markt und wirklich dunklen und miefigen Gassen changierte. Weiterlesen

Kleiner Knock-out und ein Lichtblick

Die letzten zwei Tage habe ich gezwungener Maßen mit den Erkundungen kürzer treten müssen. Um nicht zu sagen: Sie gänzlich aussetzen müssen. Zunächst deutete sich am Montag bereits ein Halskasper an, der sich dann am Dienstag auch ein wenig unangenehm an mir zu schaffen machte. Und nachdem ich dann am Dienstag das Abendessen zu mir genommen hatte, verweigerte der Magen die Nachtruhe. Und so stand gestern für mich auch nichts weiter auf dem Programm als ein Hostelwechsel und dann selbstverordnete Ruhe im Bett. Ja, wir haben das Hostel jetzt gewechselt. Aber nicht, weil Ling uns überzeugt hat, sondern vielmehr deshalb, weil wir sonst hätten 4 Mal das Zimmer wechseln müssen, wenn wir bis zum Ende unseres Aufenthaltes hätten dableiben wollen. Außerdem war es letztlich doch sehr laut geworden und die betrunkenen Traveller-Horden nachts halb 3 auf dem Flur begannen zu nerven. Weiterlesen

Schlachtfest auf dem Land und neue chinesische Freunde

Hannas Kontakt in Kunming ist nicht gerade der (oder besser die) hilfreichste. Die Dame, die sie über ihr Forschungsprojekt  kennt, sollte ihr hier eigentlich den Einstieg erleichtern, Kontakte herstellen, Tipps geben, ein wenig unterstützen beim Start der Forschungen.

Schon beim ersten Treffen mit (wir nennen sie hier mal) Ling zeichnete sich ab, dass sie wenig zu erzählen hat – oder: wenig erzählen will. Die beiden trafen sich bei uns im Hostel und schon am Anfang mahnte Ling Hanna dazu, nur zu flüstern, damit niemand hören kann, worüber die beiden sprechen. Den Begriff „Urban Villages“ mied sie zunächst ganz, meinte später dann auch, dass es diese eigentlich gar nicht mehr gebe.

Kleiner Exkurs „Urban Villages“

„Urban Villages“ – das sind die kleinen Stadtviertel, die aus früheren Dörfern hervorgegangen sind, bzw. über die Zeit von den ausgreifenden Städten verschluckt wurden. Die Dorfbewohner, die zuvor dort wohnten, hatten auf ihren Flächen Wohnhäuser gebaut. Diese wuchsen jahrelang mehretagig nach oben, oft eng aneinandergedrängt, so dass keine Strassen durch diese Viertel führen, sondern nur Gassen. Meist sind diese sehr dunkel, es stinkt und der Müll liegt in den Ecken. Weiterlesen

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