Kleine Knockouts, große Hitze und indische Kontraste.

Es ist Samstag abend, als wir Chennai verlassen wollen. Der Knock-Out hatte in der vergangenen Nacht zugeschlagen und Hanna erwischt. Den ganzen Samstag sah es eher nicht so aus, als würden wir wirklich am Abend in den Nachtzug nach Madurai steigen, Hanna hatte kaum etwas essen können, das Bett war ihr am liebsten und die Hitze machte den Tag auch nicht gerade erträglicher. Am Abend entschieden wir uns dann aber doch, die hart erarbeiteten Zugtickets zu nutzen und ließen uns gegen acht mit einer Rikscha an die Egmore Station bringen.

Straßenszene in Madurai am frühen Morgen

Morgens um 6 auf den Strassen Madurais

Wir hatten einen Liegewagen gebucht, der durchaus als einfach zu bezeichnen war. Sechs, mit blauem Leder bezogene Klappliegen in einem offenen Abteil, darüber drei riesige staubige Industrieventilatoren, die die stickige Luft durchquirlen sollten, gegenüber zwei weitere Liegen übereinander. Alles in blau gehalten, und begleitet von einem Geruch, wie er mir zuletzt in hochsommerlichen Reichsbahnzügen begegnet war, gepaart mit indischem Essen und dem üblichen Abgas-Smog Chennais, der noch durch die „Fenster“ hereinzog – also durch die vergitterten Löcher, die man als Fenster in die Waggons gefräst hatte. Weiterlesen

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Bonn > Wien > Budapest > Novi Sad

Es ist 2034 Uhr, als der Zug am Bonner Hauptbahnhof auf Gleis 3 einrollte und wir uns unsere Plaetze in einem Abteil suchen. Der Zug ist nur maessig besetzt und weil in unserem Abteil ein aelteres Paerchen mit einzieht, entscheiden wir uns, das Nachbarabteil in Beschlag zu nehmen. Schliesslich haben wir uns in dieser Kombination seit einem guten Jahr nicht gesehen, Cogi ist erst eine Woche zuvor aus Australien eingeflogen, und da gibt es soviel zu erzaehlen, dass wir fuerchten, wir koennten unsere Mitfahrer stoeren. Stefan hatte noch aus dem Laden Reiseweinglaeser mitgebracht und bei einem Riesling beginnen wir unsere Fahrt in Richtung Osten. Weiterlesen

Go east!

3 Rucksäcke, 1 Zugticket und drei Freunde. Heute Abend geht es endlich wieder los. Es geht auf auf dem eigenen Kontinent nach Osten – besser gesagt Südosten, und ich werde mit zwei Freunden neue Länder anschauen und erkunden.

Mit dem Nachtzug geht es zunächst über Wien nach Budapest, womit ich mich noch auf bekanntem Terrain bewege. Das Wochenende wollen wir in Budapest verbringen und dann am Sonntag vielleicht schon weiter auf dann unbekanntes Terrain ziehen. Novi Sad im nordserbischen Vojvodina könnte der nächste Halt auf dem Weg nach Belgrad werden, bevor wir, soweit bislang zumindest der Grobplan, es uns wieder richtig nach Osten treibt und wir nach Timisoara, Sibiu, Bukarest in Rumänien und später durch Bulgarien weiter in Richtung Türkei bahnen werden.

Istanbul ist ein Hauptziel der Reise, aber wenn es sich ergibt, werden wir uns auch noch ein wenig Griechenland und Balkan von Süden kommend anschauen – aber das muss vorerst offen bleiben.

Wichtig ist, dass es losgeht und das es spannend wird. Gut zwei Wochen stehen zu unserer bahnerischen Verfügung. Wir werden das Beste draus machen und ich versuch hier ab und zu einen kurzen Bericht dazulassen. Schaumermal, wie gut die Cyberinfrastruktur in Südosteuropa ist.

In diesem Sinne, Istanbul wir kommen!

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