9. November – irgendwie auch Geburtstag.

Ja, es ist ein historisches Datum. Ein großes Ereignis, was das vor genau 20 Jahren in Berlin passiert ist. Nicht nur für die damalige DDR und BRD, nein, für die ganze Welt.

Mit dem Fall der Berliner Mauer hatte sich die gesamte Weltpolitik auf einem Schlag geändert. Ein Konflikt, der sich zwischen Ost und West über Jahrzehnte aufgebaut hatte und aufgebauscht wurde – er wurde zur Geschichte. Unterschiedliche ideologische Auffassungen, die die Welt immer wieder an den Rande eines Krieges und in vielen Ländern auch stellvertretend zu Kriegen geführt hatten – sie standen sich nicht mehr gegenüber. Sie hörten auf, einander herauszufordern. Der Kommunismus hatte verloren, der Kapitalismus gesiegt.

So kann man das sehen. Sehr technisch, serh ideologisch. Und ob das alles nur gut war, das der Kapitalismus in seiner ganzen Bandbreite über den Kommunismus siegreich war, das kann man sicher facettenreich diskutieren.

Siegreich war vielleicht gar keine marktschreierische Weltanschauung. Siegreich war vielleicht nur der Freiheitswille, das Streben nach einer friedlichen Lösung, nach einem Ende von Unterdrückung – der Drang nach Selbstbestimmung. Die Menschen und ihre Liebe zur Freiheit hatten gewonnen.

Und das war ein Anfang. Ein absoluter Neuanfang. Waren die letzten 40 Jahre Weltpolitik geprägt vom Wettrüsten, Aufstocken von Bodentruppen, abstellen von Marschflugkörpern, Aufrechterhalten von Schutzzonen, wer drückt zuerst den roten Knopf – so waren diese Fragen nach dem 9. November irrelevant, oder besser gesagt, nicht mehr so lebensbestimmend  geworden. Der Kalte Krieg, der nicht nur Deutschland in seinem Bann hatte, endete im Folge dessen, was am 9. November 1989 geschah. Es war nicht nur eine Mauer in Berlin oder Deutschland niedergerissen worden, es war eine Mauer durch die Welt, die aufhörte zu existieren.

Und mit dem Fall dieser Mauer ist doch für die meisten von uns erst das Leben möglich geworden, dass wir heute führen. Wieviele Menschen würden wir nicht kennen, wieviele Orte noch nicht gesehen und wieviele Möglichkeiten wären gar nicht da gewesen – ohne den Fall der Mauer? Es sind unzählige Sachen, die der Fall der Mauer erst ermöglicht hat (Beispiele in meinem Artikel vom letzten Jahr)  – und irgendwie sind wir doch alle an diesem Tag noch einmal neu geboren. Denn ohne den 9. November 1989 stünden wir alle woanders, führten wir ein anderes Leben. Zumindest für mich persönlich gesprochen, kann ich behaupten, dass mein gesamtes Leben, so wie es heute ist, ohne den 9. November 1989 so nicht existieren würde. Und deshalb ist der 9. November sicher auch Geburtstag – sicher nicht nur für mich, sondern für uns alle. Also auch und gerade deshalb: FEIERN! Ein schöner Tag!

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Schluss mit Lustig

Uiui, das war ein Wochenende und in einer knappen Stunde ist auch im Rheinland Schluß mit lustig – dann is Aschermittwoch und der ganze bunte Karnevalsspuk hat ein Ende. Naja, und die Leber wird es einigen danken…

Was mich und mein Wochenende angeht, so hab ich auch nicht gerade wenig gefeiert. Zuallererst war ich am Freitag tagsüber mit Steffeck im Ahrtal wandern. Eine wunderschöne 5-Stunden-Tour bei Kaiser-Wetter hatten wir hinter uns gebracht.

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Weil ich…

Geburtstag hab

Bitte heute keinen giftigen Nebel,
keinen Unfall im Atomkraftwerk,
keinen Schwefelschnee im Erzgebirge,
weil ich Geburtstag hab‘.

Bitte heute keinen Toten in Beirut
und kein Blut heut‘ in Afghanistan,
keinen Anschlag heute auf Nicaragua,
weil ich Geburtstag hab‘.

Weil ich Geburtstag hab‘ und mir was wuenschen darf.

Vielleicht ’ne Flasche Sekt aus der SU,
’ne Tuete Gummibaerchen dazu,
vielleicht im Bett ein Rendezvous,
weil ich Geburtstag hab‘.
Doch bitte heut‘ kein Attentat in Neu-Delhi,
bitte heute keinen Giftskandal,
bitte heute keine Flugzeugentfuehrung,
weil ich Geburtstag hab‘.

Bitte heute keine Oelpest an der Nordsee,
keine Folter heut‘ in der Tuerkei,
keine Kinderarbeit in Taiwan,
weil ich Geburtstag hab‘.

Weil ich Geburtstag hab‘ und mir was wuenschen darf.

Keinen Polenwitz in Frankfurt an der Oder,
keinen Tuerkenwitz in Frankfurt am Main,
keinen Schlagstock auf die Kinder Sowetos,
weil ich Geburtstag hab‘.

Bitte heute keine Ruestungserfolge,
kalten Kriegern heute keinen Trumpf.
kein Manoeverspiel im Kinderzimmer,
weil ich Geburtstag hab‘.

Weil ich Geburtstag hab‘ und mir was wuenschen darf.

Vielleicht, dass mir ein Lied gelingt,
die Postfrau gute Briefe bringt,
vielleicht, dass uns der Mut nicht sinkt,
weil ich Geburtstag hab

Gerhard Schöne

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